Mit einem feschen Sondermodell für das Nobel-Kaufhaus lanciert Caterham sein Personalisierungs-Angebot namens „Signature“.
Zu haben nur bei Harrods im Londoner Stadtteil Knightsbridge, um 59.999 britische Pfund: Der Caterham Harrods Seven auf Basis des Modells 420S zeigt sich in den Hausfarben des Elite-Kaufhauses.
Dazu prunkt er mit speziellem Leder-Interieur sowie Holzeffekt-Armaturenträger (hier ist das Wort „-brett“ dann wieder erlaubt). Den Antrieb besorgt ein Zweiliter-Vierzylinder aus dem Hause Ford mit einer Leistung von 210 PS. Der Harrods Seven soll zeigen, welche Möglichkeiten der Personalisierung der Caterham’schen Kundschaft jetzt offenstehen. „Signature“ heißt das Programm, mit dem die britische Sportwagenmarke auf einen Zug aufspringt, der anderen Herstellern bereits gutes Geld bringt. Von der Farbe des Rahmens und der Räder bis hin zur Bestickung der Sitze mit dem eigenen Namen wird beinahe jedes Optik-Detail frei wählbar.
Das Akku-Dilemma hält die elektrische Mobilität nach wie vor zurück – ein Unternehmen will die Lösung gefunden haben.
Aufladen ist zäh. Nachtanken ist flott. Was wäre besser als ein flüssiger Akku? Den gibt’s: Er nennt sich Redox-Flox-Batterie. Das Prinzip: zwei Elektrolyt-Flüssigkeiten – eine positiv, eine negativ aufgeladen – und dazwischen eine Membran, durch die hindurch der Ionenaustausch stattfindet.
Zwei Fragen drängen sich da auf: „Worauf warten wir noch?“ und „Warum erst jetzt?“ – aber die „Nasszelle“ hat ihre Nachteile. Zum einen ist (bzw. war bislang) die Energiedichte deutlich geringer als die eines „trockenen“ Akkus. Und die Flüssigkeiten sind zumeist voll mit seltenen, teuren, ungesunden Substanzen. Besser kann das Nanoflowcell, zumindest laut eigener Angabe. Technische Details verrät man nicht, aber am Ende kommt Strom heraus. Und zwar viel Strom: Das jetzt fahrbereit vorgestellte Konzept namens Quantino hatte laut Hersteller bei einer Versuchsfahrt eine Reichweite von über 1.000 Kilometern.
Die Flüssigkeit ist harmlos in der Handhabung und günstig in der Herstellung, sagt die Firma ohne nähere Angaben. Dazu funktioniert das Fahrzeug mit einem 48V-System anstatt mit Starkstrom. Es wäre der große Durchbruch für die E-Mobilität. Skeptiker ergänzen: wenn’s wahr ist. Wir hoffen das Beste.
Fährt schneller, als er aussieht: Der französische Hersteller hat einen sportlichen Kompakten im Programm, der seine Muskeln nur auf der Straße spielen lässt.
Mehr als eine Viertelmillion 308er hat Peugeot bisher verkauft. Höchste Zeit für ein sportliches Derivat: Die Konkurrenz prunkt mit Spoilern, übergroßen Alufelgen und tiefen Schürzen, dem 308 GT ist solch offen zur Schau getragene Sportlichkeit fremd. Trotzdem kann sich das Design sehen lassen. Das elegante Blaumetallic und die doppelflutige Auspuffanlage werten das Design gelungen auf. Nur die kleinen GT-Logos lassen auf das „Löwenherz“ unter der Motorhaube schließen. Innen geht es ähnlich dezent weiter: Großzügiger Einsatz von Edelstahl-Optik, die Alu-Pedalerie und rote Ziernähten machen das Cockpit sehr elegant. Die Sitze bieten viel Seitenhalt, nur das kleine Lenkrad stört ein wenig: Es verdeckt leider einen Teil der Tacho- oder Drehzahlanzeige. Ansonsten präsentiert sich der Armaturenträger aufgeräumt, fast alle Einstellungen werden via zentralem Touchscreen vorgenommen – ganze fünf Tasten gibt’s noch.
Kurven bevorzugt
Vor allem das gut abgestimmte Fahrwerk verlockt zu mancher Extra-Runde auf kurvenreichen Straßen. Dazu gesellen sich standfeste Bremsen, eine ultradirekte Lenkung und viel Traktion beim Beschleunigen. Ohne Durchdrehen bringt der 1,6l-Turbomotor die 205 PS und 285 Newtonmeter auf die Straße. In 7,5 Sekunden erreicht man aus dem Stand die 100-km/h-Marke. Von den 1,2 Tonnen Gewicht merkt man nichts. Im Sportmodus wechseln die Instrumente in ein tiefes Rot. (Zu tief, denn man sieht den – genauso – roten Drehzahlbereich nicht mehr; das endet dann mitunter im Begrenzer.)
Die zentrale Anzeige informiert über Parameter wie die aktuell abgerufene Leistung, Ladedruck und Drehmoment oder auch die auf den Fahrer wirkenden Fliehkräfte. Der Motor hängt noch besser am Gas, und der Sound wird kerniger – allerdings, weil künstlich, nur im Innenraum. Das manuelle Sechsgang-Getriebe lässt sich schnell und sauber schalten. Trotz des etwas strafferen Fahrwerks bleibt der GT absolut alltagstauglich. Verbrauch im Test: rund 7,8 Liter Super. Der Peugeot 308 GT ist ein Auto für all jene, die gerne etwas flotter unterwegs sind, ohne sofort aufzufallen. Alles in allem ein gelungener Kompakt-Sportler! Fotos: Robert May
Peugeot 308 GT 1.6 e-THP S&S Motor: Vierzylinder-Reihenmotor; Direkteinspritzung; Turbolader Hubraum: 1.598 ccm Leistung: 151 kW/205 PS bei 6.000 U/Min. Drehmoment: 285 Nm bei 1.750 U/Min. Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h 0-100 km/h: 7,5 Sekunden Verbrauch (Werk): 5,6 l auf 100 km Testverbrauch (Durchschnitt): 7,8 l auf 100 km CO2: 130 g/km Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe Reifen: 225/40 R18 Kraftübertragung: Vorderradantrieb Fahrwerk: vorne McPherson-Aufhängung; hinten Doppellenkerachse Bremsen: Scheibenbremsen innenbelüftet; ABS, ESP Leergewicht: 1.200 kg Tankinhalt: 53 l Preis: 32.750,- Euro Preis des Testwagens: 38.222,- Euro
Die Sport Edition des neuen Honda Civic soll in Verbindung mit dem 120-PS-Diesel Spaß und Sparsamkeit vereinen.
Eine der meistunterschätzten Marken am heimischen Markt: Vor allem beim Motorenbau sorgt Honda für Meilensteine. Beim neuen Civic ist aber auch das Design gelungen: Die Front- und Heckpartie wurden überarbeitet und noch dynamischer gestaltet. Ein Nachteil: Die Sicht nach hinten leidet durch das hochgezogene Heck. Im Innenraum gibt es nichts zu beanstanden: Das Cockpit wurde in zwei Ebenen geteilt und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Bedienung geht locker von der Hand. (Beim Navi könnte man noch etwas nachbessern: Man muss bei der Zieleingabe immer die genaue Adresse kennen.) Über Platzmangel kann man sich vorne wie hinten nicht beschweren. Dies gilt auch für den Kofferraum, der trotz der Coupé-haften Dachlinie 477 bis 1.378 Liter Stauraum bietet. Die „Magic-Seats“ machen das Einladen von größeren Gegenständen zum Kinderspiel.
Nur Viereinhalb Liter
Der 1,6 Liter große Turbodiesel mobilisiert 120 PS; trotz 300 Newtonmeter Drehmoment würde man sich im unteren Drehzahlbereich etwas mehr Power wünschen. Einmal auf Touren, überzeugt er durch Elastizität und zurückhaltenden Verbrauch: Die von Honda angegebenen 3,7 Liter erreichten wir nicht ganz, doch 4,4 Liter sind ebenfalls nicht zu verachten. Der Fahrspaß kommt nicht zu kurz, dank knackiger Schaltung und straff abgestimmtem Fahrwerk. In 10,5 Sekunden schafft man den Sprint von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit läge bei 207 km/h. Die Sport Edition überzeugt auch durch ihr Equipment: Zweizonen-Klimaanlage, Tempomat, Rückfahrkamera, 17 Zoll große Alufelgen und der City-Notbremsassistent sind von Haus aus mit an Bord. Und dies zu einem Preis, gegen den die Argumente der Konkurrenz verblassen. Echte Alternative in der Kompaktklasse: Mit sparsamem Motor und guter Ausstattung in der „Sport Edition“ ist beim Honda Civicder Spagat zwischen Vernunft und Fahrfreude durchaus gelungen. Fotos: Robert May
Honda Civic 1.6 i-DTEC Motor: Vierzylinder-Dieselmotor, Common-Rail-Direkteinspritzung, Turbolader Hubraum: 1.597 ccm Leistung: 88 kW/120 PS bei 4.000 U/Min. Drehmoment: 300 Nm bei 2.000 U/Min. Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h 0-100 km/h: 10,5 Sekunden Verbrauch (Werk): 3,7 l auf 100 km Testverbrauch (Durchschnitt): 4,0 l auf 100 km CO2: 98 g/km Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe Reifen: 225/45 R17 Kraftübertragung: Vorderradantrieb Fahrwerk: vorne McPherson-Aufhängung; hinten Verbundlenkerachse Bremsen: Scheibenbremsen innenbelüftet; ABS, ESP Leergewicht: 1.378 kg Tankinhalt: 50 l Preis: 25.490,- Euro Preis des Testwagens: 27.289,- Euro
Eine Reihe von Novitäten hat Honda Motorrad 2017 angekündigt. Eine davon ist der X-ADV, ein Roller mit verlängerten Federwegen und grobstolligem Schuhwerk.
Vor den großen Motorradmessen des heurigen Herbstes – Intermot in Köln, 5. – 9. 10., und EICMA in Mailand, 10. – 13. 11. – gibt Honda häppchenweise einen Novitäten-Vorgeschmack preis. Teil dessen ist der X-ADV. Er war im Vorjahr als „City Adventure Concept“ hergezeigt worden, als Vorläufer einer neuen Maxi-Scooter-Generation. Die soll Adventure-Geist mit Allround-Performance, Funktionalität und Komfort verknüpfen, in der City ebenso wie im Offroad-Gemüse. Die Hauptmerkmale: aufrechte Sitzposition, lange Federwege, fünfstufig verstellbare Frontscheibe, Stauraum für einen Offroad-Helm. Motorisiert ist der X-ADV mit einem Aggregat auf Basis des 750 ccm-Parallel-Twins, gekoppelt an ein Doppelkupplungsgetriebe. Die Publikumspremiere ist für Mailand angesagt. Fotos: Honda
Mazda hat den 6er fürs Modelljahr 2017 außen marginal, innen in Details aufpoliert. Ganz neu ist ein – serienmäßiges – Torque Vectoring-System.
Frisch wie am ersten Tag seines Eintritts in die dritte Generation wirkt der Mazda6, denn er wird seit 2012 mit kontinuierlichen Modell-Updates frisch gehalten. Im Vorjahr kam zu optischen Detailretuschen eine Option auf Allradantrieb – für den Sport Combi – dazu. In Sachen Fahrdynamik geht es jetzt einen Schritt weiter. Im Rahmen der jüngsten Aktualisierung fürs Modelljahr 2017 hat Mazda ein Torque Vectoring-System addiert. Wie immer geht der kleine japanische Hersteller dabei einen eigenen Weg. Die Fahrdynamik-Regelung wird nicht über gezielte Bremseingriffe generiert, sondern übers Motormanagement erzielt.
Je nach Lenkeinschlag wird die Radlastverteilung variiert, um Querbeschleunigungs- und Fliehkräfte sowie Lastwechsel beim Anfahren, Bremsen, Kurven- und auch Geradeausfahren (zum Beispiel auf holpriger Fahrbahn) im Zaum zu halten. In der Mazda-Terminologie heißt das G-Vectoring Control (GVC). Auf die Wirkung gefühlt wurde der Fahrwerkszähmung auf Stadt- und Landautobahn sowie City- und Überlandstraße rund um die katalanische Hauptstadt Barcelona. Der Sechser fühlt sich, egal mit welcher Motorisierung, egal in welcher Karosserie-Version, egal, ob Front- oder Allradgetrieben in jedem Fall zackiger und sportlicher an, das Einlenkverhalten ist gefühlt spürbar präziser, das Kurvenverhalten noch einen Tick stabiler. GVC ist übrigens ab Modelljahr 2017 nicht nur im 6er, auch im 3er serienmäßig an Bord.
Was Mazda dem Einstiegsdiesel im 3er – dem 1,5-Liter mit 105 PS – spendiert hat, das kommt jetzt in ähnlicher Form auch dem 2,2-Liter-Selbstzünder im 6er zugute: ein technischer Detail-Eingriff, um das Diesel-Nageln weiter zu unterdrücken. Der sogenannte Natural Sound Smoother überlagert Schwingungsgeräusche und dämpft sie dadurch akustisch ab. Apropos Design-Update: Optisch ist es identfizierbar an den neuen Außenspiegeln. Die Blinkleuchten sind jetzt ins Gehäuse integriert. Im Interieur wurden Anzeigen und Lenkrad überarbeitet. Das Head Up-Display kann’s nun auch bunt.
Erweitert hat Mazda das Offert an elektronischen Assistenten. Neu ist eine Verkehrszeichen-Erkennung. Den Beobachtungsposten nimmt eine hoch auflösende Kamera im Bereich der Windschutzscheibe ein. Sie ersetzt das bisherige Laser-System, sie sorgt auch dafür, dass das City-Notbremssystem jetzt Fußgänger erkennen kann. Der Preis: ab 27.090 Euro für den Viertürer, ab 31.090 Euro für den Sport Combi. Die ersten Auslieferungen der 2017er-Modelle sind im Laufe des Herbst zu erwarten. Fotos: Mazda
Volvo erweitert die neue 90er-Baureihe um eine Wald- und Felswege-taugliche Version des Kombi. Der V90 Cross Country kommt Anfang 2017 nach Österreich.
Die Schweden müssen’s wissen. Und können. Gut drei Viertel des Landes bestehen aus Wäldern, und nicht alle Verkehrswege abseits des übergeordneten Straßennetzes sind fein asphaltiert. Das klingt nach SUV-Notwendigkeit. So muss es aber nicht sein, denn Volvo bietet auch für jene etwas, die mit leicht erhöhter Bodenfreiheit auskommen können. Den Anfang gemacht hatte 1997 der V70 XC, was für Cross Country steht. Ab 2000 hieß er XC70. Das crossige Buchstaben-Kürzel gehört jetzt aber alleine den Sports Utility Vehicles. Weshalb die Robust-Versionen der Kombis – V40, V60 – den Zunamen „Cross Country“ zugesprochen bekamen. So auch die Kombi-Version der neuen 90er-Baureihe. Die Federweg-Verlängerung resultiert bei ihm in einer Allradantriebs-Serienzugabe (elektronisch gesteurte Lamellenkupplung) samt einer Karosserie-Anhebung um sechs Zentimeter. Unterm Strich bleiben 21 Zentimeter Bodenfreiheit. Garniert ist der Feine fürs Gröbere mit Kunststoff-Rundumbeplankung (schwarz oder in Wagenfarbe gefärbt).
Die Interieur-Einrichtung samt sämtlichen Serien- sowie Aufpreis-Features bleibt gleich. Als Antriebe stellt Volvo je zwei Leistungsstufen des Zweiliter-Vierzylinder-Benziners und Diesels zur Auswahl. Erstere hat 254 oder 320 PS, Zweiterer 190 oder 235 PS. Alle sind mit einer Achtgang-Wandlerautomatik kombiniert. Die ersten Cross Country-Kombis werden mit Beginn des kommenden Jahres in Österreich eintreffen. Die Benziner kosten ab ca. 63.000 Euro, die Diesel ab ca. 55.000 Euro. Fotos: Volvo
Konnichi-wa, Herr Generaldirektor: Ein Gentleman aus Toyota City genießt seine Pension in Wien, wir haben ihn besucht.
Ab einem gewissen Alter fällt das Aufstehen nicht mehr so leicht, aber als wohlerzogener Japaner der alten Schule will man sich manche Dinge nicht anmerken lassen. Mit diskretem Räuspern erteilt er seinen sechs Zylindern einen Ruf zur Ordnung. Er hat einen Ruf zu verteidigen, denn der Name ist Programm. Crown. Das Beste vom Besten. Der Chef. Die Bügelfalten im grauen Business-Anzug sitzen immer noch untadelig, keine Narbe trübt das Chromgefunkel, auch weil seine Vorbesitzer mit ihm gnädig umgegangen sind.
Ein Größenvergleich: Der knapp 4,7 Meter lange Viertürer aus Toyota City ist nur um 1,5 Zentimeter kürzer als der Mercedes-Benz W114, der „Strich-Acht“. Der kostete damals als Sechzylinder mindestens 125.600,- in österreichischen Schilling. Beim Toyota stand 92.900,- am Preiszettel. Dieses Auto aus der fünften Crown-Generation war 1971 bereits ein Auslaufmodell, noch im selben Jahr kam der deutlich Japan-barockere Nachfolger. Den sah man dann auch öfter auf den heimischen Straßen.
Zeitgeschichte
Die Modellreihe Crown ist, als Toyotas älteste, seit 1955 ununterbrochen im Angebot. In Europa haben wir sie allerdings schon länger nicht mehr gesehen. Mit dem Crown begann Toyota 1958 in den USA. Die Marke hieß damals noch „Toyopet“. Der US-Marktstart ging fast schief, heute sind die Japaner dort dominant. 1960 gingen die ersten Crown in Malta an Land, den ersten Festland-Importeur gab es zwei Jahre später in Dänemark. Wir kamen erst zehn Jahre später dran. 1971: Bruno Kreisky bildete die erste Mehrheits-Alleinregierung der SPÖ. Der Fußballmeister hieß Wacker Innsbruck. Helmut Marko gewann in Le Mans für Porsche. Die meisten anderen Staatsbürger (und seltener -bürgerinnen) fuhren Käfer & Co.
Ein gut motorisierter Wagen hatte 50 PS; das war auch besser so, denn außerhalb des Ortsgebietes gab es kein Tempolimit. Alles über zwei Liter Hubraum fiel wegen der hubraumbezogenen Steuer unter „Luxus“. Mit Mazda war eine japanische Marke bereits seit 1969 am Markt, 1972 sollte Nissan („Datsun“) folgen, Mitsubishi brauchte bis 1979. Die Firma Frey, bis dahin NSU-Importeur, musste sich nach dem Aufkauf von NSU durch VW nach etwas anderem umschauen. Man wagte den Schritt nach Japan und offerierte von Beginn an nicht nur die vom Werk forcierten Kleinwagen, sondern ein volles Sortiment. Die großen Stückzahlen machten in der Folge Corolla, Celica und Starlet, ehe der Diesel-Boom den japanischen Herstellern schwer zusetzte.
In den besten Jahren
Nach heutigen Maßstäben wirkt er zart, seine 1,3 Tonnen Leergewicht sieht man ihm nicht an. Massive Dachsäulen, die die Rundum-Sicht blockieren (oder einen Überschlag aushalten), gibt es nicht. Hinter dem Füllfeder-dünnen Volant herrscht Geradlinigkeit mit ein paar verspielten Details nach amerikanischer Mode – Blech wie Blech, Plastik wie Plastik, harte Oberflächen: elegant, aber nach heutigen Maßstäben spartanisch. Fensterheber? Klimaanlage? Frischluft kommt durch die großen Dreiecksfenster. Die asiatischen Designer dachten noch wenig an die größer gewachsene Kundschaft in Exportmärkten, in Reihe 1 geht es knapp zu.
Im Fond ist die Chefetage, dort reisen Entscheidungsträger mit Sofa-Komfort und eigenen Leselampen. Das Rauchen war nicht verpönt, weder bei den Passagieren noch beim Motor. Kein Katalysator hemmt den 2.253 Kubikzentimeter großen Sechszylinder mit obenliegender Nockenwelle und Fallstrom-Registervergaser, er leistet 115 PS. Der Herzschlag ist nach wohlwollendem Aufwärmen kraftvoll, das Getriebe beißt ohne Zähneknirschen zu. Einen fünften Gang gab es damals im Hauben-Restaurant oder in der Formel 1. Das Fahrgeräusch ist mechanisch, aber nobel-zurückhaltend, ohne Sounddesign-Mätzchen. Respekt vor dem Alter: Die Autobahn wird dem 1971er-Crown nicht mehr zugemutet, nur selten darf er noch in den Straßenverkehr. Wenn Sie ihn treffen, grüßen sie ihn von uns: Konnichi-wa, Herr Generaldirektor!
Der letzte verblieben Wagen mit „Rallyegenen“ erhält ein umfangreiches Sportpaket, jedoch nur in seinem Heimatland.
Der Subaru WRX hat seinen Status als Homologationsmodell für die Rallye-Weltmeisterschaft längst hinter sich gelassen. Die neueste Generation hat nur mehr wenig mit dem puristisch zu fahrenden Ableger aus dem Sport gemein, der er einmal war. Geblieben sind der Allradantrieb, der Boxermotor und die sperrbaren Differentiale. Denn man hat eine neue Richtung eingeschlagen: Man will mit dem sportlichsten Modell der Marke so manchen Käufer von Sportwagen in die Schauräume locken. Ob dies gelingt? Schauen wir mal…
Jedoch wird der Heimatmarkt mit Sonderserien der Limousine weiterhin bedient. Auf das Sondermodell S207 folgt nun der S4 ts. Der 300 PS starke Boxermotor bleibt dabei unverändert, jedoch wurde das Drehmoment unter Volllast um 10 Prozent gesteigert. Das stufenlose Automatikgetriebe verfügt über einen Ölkühler. Ein Sportluftfilter und eine Vierrohr-Abgasanlage sorgen für den richtigen Sound und ein speziell abgestimmtes Bilstein-Fahrwerk für mehr Fahrspaß. Eine größere Brembo-Bremse an der Vorderachse und diverse Verstrebungen und Verstärkungen im Achsbereich runden das Sondermodell ab.
Äußerlich fällt der S4 ts vor allem durch die geänderte Frontschütze und die 19 Zoll großen Schmiederäder auf. Im Innenraum nimmt man auf beheizten Recaro-Sportsitzen Platz. Optional gibt es das NBR-Paket (Nürburgring). Dann thront auf dem Heck ein mächtiger Spoiler aus Karbon. Der S4 ts wird nur vom 4. Oktober 2016 bis zum 12. März 2017 in Japan zum Verkauf angeboten. Über den Preis macht Subaru keine Angaben. Fotos: Subaru
Auf dem derzeit stattfindenden Autosalon in der französischen Hauptstadt präsentieren die Hersteller nicht nur ihre neuesten Modelle, sondern auch was uns in Zukunft erwarten wird.
Trotz Abgasskandal und diversen Krisen blicken die Automobilhersteller in eine verheißungsvolle Zukunft – egal ob Supersportwagen, oder alternative Antriebstechnologien. Wir haben die Wichtigsten Studien zusammengefasst:
Mit dem Ground Tourer PHEV zeigt Mitsubishi eine Weiterentwicklung ihrer SUV-Baureihe. Auch die Japaner greifen dabei den Trend der Zeit auf und verzichten auf ein klobiges Geländewagen-Design und verpassen der Designstudie einen SUV-Coupé-Look. Angetrieben soll er von einem Plug-in-Hybrid mit einem 2 Liter großen Benzinmotor mit 121 PS und einem E-Motor mit 86 PS werden.
Auch Mercedes setzt in Sachen Elektromobilität einen weiteren Schritt in die Zukunft. Der Viersitzer soll ohne Spiegel und Türgriffe auskommen, was die Aerodynamik und damit den (Strom-)Verbrauch zu Gute kommt. Angetrieben wird der in Paris gezeigte Generation EQ von zwei Elektromotoren, die zusammen 408 PS leisten und ihn in unter 5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Die Akkupacks im Wagenboden haben eine Kapazität von 70 kWh und sollen bis 500 Kilometer Reichweite garantieren. Ist der Akku leer, lässt sich dieser induktiv oder an der Steckdose mit den unterschiedlichsten Systemen laden. Dabei reichen dem Generation EQ im besten Fall fünf Minuten, um den Strom für 100 Kilometer nachzutanken, sagt Mercedes.
Mit dem Hyundai RN30 zeigen die Koreaner eine attraktive Sportwagen-Studie. Sein Auftritt sorgte für Staunen und stahl so manchen Sportwagen die Show. Der in jeglicher Hinsicht extreme Hyundai ist die erste Studie der frisch gegründeten Hyundai Performance-Division N – und soll den Serienableger Hyundai i30 N ankündigen, welcher im kommenden Jahr auf den Markt kommt. Angetrieben wird der RN30 von einem 2 Liter großen Turbobenziner mit 380 PS.
Renault präsentiert mit dem Trezor die Studie eines E-Autos, welches direkt aus einem Science-Fiction-Film kommen könnte. Die endlos lang scheinende Flunder öffnet beim Einsteigen nicht nur Türen, sondern klappt auch das Dach hoch. 350 PS und 380 Newtonmeter katapultieren den Trezor in weniger als 4 Sekunden auf Tempo 100 die Reichweite soll bis zu 300 Kilometer betragen. Damit sorgen die Franzosen für einen Hauch von Charme und Karosseriebaukunst in der sonst so tristen Welt der Elektroautos.
Und auch in Wolfsburg springt man nach dem Diesel-Skandal auf den E-Zug auf. Mit dem I.D. zeigt der größte deutsche Hersteller seine Vorstellung der elektrifizierten Zukunft. Der E-Antrieb, der bereits serienreif sein soll nimmt in den Achsen Platz und ermöglicht deshalb ein völlig neues Raumdesign. Durch den komplett flachen Unterboden haben die Designer im Innenraum freie Bahn. Über Leistung und Reichweite will man Seitens VW aber noch nichts verraten.
Ein Highlight aus italienischer Sicht ist der Lamborghini Centenario Roadster. Dieser ist zwar kein Concept-Car, doch wer einen der 40 Stück haben will, kommt zu spät. Die Sonderserie, des zum 100. Geburtstag des Firmengründers Ferruccio Lamborghini, aufgelegt Kleinserie ist schon jetzt ausverkauft. 350 km/h sollen möglich sein, wenn der Fahrer die Nerven hat und das nötige Kleingeld von 1,75 Millionen Euro überwiesen hat. Was den Centenario so besonders macht: Er ist der erste Hybrid-Sportler von Lamborghini. So leistet der V12 samt elektrischer Hilfe satte 770 PS, was die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in 3 Sekunden ermöglichen soll.